Archiv 2009

25.06.2009

Qualität kontra Billigbestatter

Die negativen Schlagzeilen über die sogenannten Billig - oder Discountbestatter haben die schlimmsten Befürchtungen unseres Berufsverbandes bestätigt.

Wir erhalten vermehrt in letzter Zeit Beschwerden von Angehörigen, die sich mit der Auftragserteilung an einen „Discountbestatter“ gewandt haben. Entweder wird Klage über die Rechnungslegung geführt, der Angebotspreis weist bis zu 50% vom ursprünglichen Kostenvoranschlag ab oder die Leistungen werden nur unzureichend und/oder mangelhaft erbracht.

Bei Anfragen nach einer Zugehörigkeit zu einem Berufsverband oder Ausbildung der Mitarbeiter werden wissentlich falsche Angaben gemacht. Preis- und Leistungsangebote diffus umschrieben.

Daher unsere Empfehlung an alle Angehörigen eines Sterbefalles:

1.) Lassen Sie sich ein detailliertes und schriftliches Angebot mit allen Kosten und Gebühren erstellen.

2.) Holen Sie mehrere Angebote von Bestattungsunternehmen ein.

3.) Lassen sie sich zeitlich nicht unter Druck setzen.

4.) Achten sie bei Zeitungsanzeigen auf das Kleingedruckte

und berücksichtigen Sie bitte eins: Qualität ist ihren Preis wert.

Mitgliedsbetriebe des Verband unabhängiger Bestatter e.V. sind Garanten für fachliche Kompetenz und transparente Rechnungslegung, was sich mit unserer Fortbildung zum „Verbandsgeprüften Bestatter“ dokumentiert. Unser Markenzeichen, ein Qualitätssiegel, dass Vertrauen verdient.

11.03.2009

Mutter lässt ihr Kind verhungern

So in etwa stellt sich für mich die Situation dar, wenn ein Mutterkonzern sein Tochterunternehmen aushungern lässt.

Nehmen wir ein Musterbeispiel in der momentanen Wirtschaftslage.

Ein Unternehmen lässt für sich Arbeiter oder Mitglieder arbeiten und gewinnt an Vermögen und Ansehen.

Mit dem erwirtschafteten Geld wird ein neues „Konkurrenzunternehmen“ aufgebaut um den eigenen Gewinn zu maximieren; das Fußvolk hat das Nachsehen.

Es versteht sich von selbst, dass Tausende auf die Straße gehen, protestieren und die Verantwortlichen, die dadurch obendrein noch Profite erzielen, zur Rechenschaft ziehen und Konsequenzen fordern.

Offensichtlich ist das aber nicht auf alle Branchen übertragbar.

Gibt es doch Vereine oder Verbände die ungestraft und unbehelligt ihren eigenen beitragszahlende Mitgliedern Konkurrenzbetriebe vor die Nase setzen, wie zum Beispiel Reedereien, Einkaufsgenossenschaften usw.

Noch drastischer wird die Sache, wenn man den Mitgliedern und Beitragszahlern deren Hauptgeschäft aus der Bergung, Versorgung und Überführung Verstorbener besteht, die Existenzgrundlage entzieht, indem ihnen die Mutter, sprich der Verband, ein Service-Unternehmen vor die Nase setzt, das beabsichtigt diese Leistungen an sich zu ziehen.

Sie werden fragen wen ich damit meine?

Ganz einfach, die Charon International GmbH, mit Sitz in Frankfurt, vertreten durch:

- Geschäftsführer Dr. Lichtner, Rolf, Düsseldorf, (auch in Funktion als Generalsekretär des Bundesverbandes deutscher Bestatter e.V.)
- Geschäftsführer Vöth, Robert, Schöneck

Gegenstand des Unternehmens:

Serviceleistungen für Bestattungsinstitute, Behörden, Organisationen und andere Auftraggeber in Deutschland und weltweit. Zu den Serviceleistungen zählen insbesondere:

- Nationale und internationale Transporte und Überführungen sowie die Aufbahrung Verstorbener
- Hygienische und thanatopraktische Versorgung Verstorbener
- Postmortale hygienische Versorgung und desinfizierende Serviceleistungen (Postmortem Care)
- Notfall-Management (Desastermanagement) bei Großschadenereignissen
- Einrichtung und Vorhaltung von Hygiene- und Aufbewahrungsräumen an Flughäfen oder vergleichbaren Einrichtungen.

Dazu muss man wissen, dass an diesem Unternehmen der Charon International GmbH die niederländische „Fakultative Gruppe mit 34,9% beteiligt ist, ein Konzern der sich mit:

- Eigene Sterbegeldversicherungen
- Eigenen Friedhöfen und Krematorien (zum Teil in Deutschland)
- Einem eigenen Überführungsdienst (Hygeco International)
- Eigener Software für Bestatter, Friedhöfe und Krematorien (Trobit)

am Markt bewegt.

Wie lange wird es dauern, bis dieses Unternehmen in Deutschland Oberwasser gewinnt und die privaten Bestattungsunternehmen vom Markt verdrängt hat.

Besagtes Unternehmen, vom Bundesverband hofiert, bietet komplette Bestattungen an, einschließlich Särgen, Urnen und allen dazu erforderlichen Artikeln. Es betreibt mittlerweile moderne Krematorien (Willich im Bau und Memmingen) die nach holländischem Vorbild, Trauerfeiern ausrichten und somit sogar private Trauerhallen überflüssig machen.

Diese Angebote sind nicht an Bestatter sondern an Endverbraucher gerichtet und machen dadurch den Bestatter überflüssig.

So war bereits in der „Bestattungskultur“, Ausgabe November 2006 in einem Artikel mit der Überschrift „Abschied im Krematorium“, zu lesen:

„In den Niederlanden finden die Trauerfeiern zumeist im Krematorium selbst statt, wobei der Sarg, je nach Wunsch geöffnet oder geschlossen, aufgebahrt ist.“

Gehört die Leistung genau wie die Überführung nicht zu unseren Kernkompetenzen?

Schade um die durchgeführten Investitionen verehrte fortschrittliche Bestatter für Trauerhallen oder Überführungsfahrzeuge.

Darüber hinaus ermöglicht es jedem Endverbraucher einen Einblick in die Kalkulation der Bestatter.

Alle von dieser Organisation angebotenen Leistungen gehören in die Hände freier, selbstständig und unabhängig arbeitender Bestatter und müssen dort bleiben, sonst gehen wir den gleichen Weg wie der Einzelhandel. Wir (vor allem die kleinen und mittelständischen Betriebe) verschwinden vom Markt, den Rest teilen sich einige wenige einvernehmlich.

Resignieren ist einfach, handeln und kämpfen ist besser.

Wir vom VuB greifen nicht in einen funktionierenden Markt ein, sondern unterstützen die deutsche Wirtschaft, so weit noch möglich, mit deutschen Herstellern, Zulieferern und Dienstleistungsunternehmen wie Überführungsdiensten weltweit usw.

Übrigens: der Urnenversand in fast alle Länder der Erde ist auch für Nichtmitglieder bei uns kein Problem, frei nach unserem Motto:

Von Bestattern - für Bestatter

Anmerkung der Redaktion:

Es geht uns nicht darum anderen „den Finger ins Auge zu stecken“ sondern zu informieren und aufzuklären, über positive wie negative Entwicklungen in der Branche.

07.01.2009

Verstorbene in billigere Särge umgebettet

Vor dem Amtsgericht Wilhelmshaven ist ein Prozess gegen zwei Bestatterinnen aus Wilhelmshaven mit einer Verurteilung beendet wurden. Die Frauen wurden wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 20 Fällen zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, darüber hinaus müssen noch gemeinnützige Sozialstunden und Zahlungen an die Hospizstiftung erfolgen.

Zum Hintergrund:
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte Ermittlungen aufgenommen, nachdem sich ehemalige Mitarbeiter und ein Krematoriumsangestellter an die Polizei gewandt hatten (Wir berichteten im Heft Januar 2008). Verstorbene deren Hinterbliebene hochwertige Särge gekauft hatten, wurden nach der Trauerfeier in Särge einfachster Machart, sogenannte Verbrenner, umgebettet ohne Ausschlag, nur auf Folie gebettet. Särge, Decken und Sargdekoration wurden dann erneut der Ausstellung zugeführt. Die beiden Angeklagten eine 52 jährige Bestatterin und deren 40-jährige Adoptivtochter, die als Geschäftsführerinnen in den Unternehmen fungierten, hätten die Mitarbeiter dazu angewiesen.

Teils unter Tränen berichteten die Zeugen wie sie die Toten hätten umbetten müssen. Im Vordergrund stand für sie jedoch die Angst um ihren Arbeitsplatz, obwohl sie es kaum mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten. Einer der Zeugen befinde sich bis heute in psychologischer Behandlung.

In ihrer Urteilsbegründung sagte die Richterin, es sei ihr angesichts des Delikts schwer gefallen, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Zugunsten der Angeklagten habe gesprochen, dass sie bislang unbescholten gewesen seien.

Einen positiven Effekt wollen wir nicht verschweigen.

Die obigen Unternehmen die das Markenzeichen des Bundesverbandes auf ihrer Homepage führten haben dieses entfernt und werden auch bei der“ Suche nach dem „Bestatter ihres Vertrauens“ nicht mehr angezeigt.

Ein guter Anfang die schwarzen Schafe aus unseren Reihen auszuschließen.

07.01.2009

Verstorbene in billigere Särge umgebettet

Vor dem Amtsgericht Wilhelmshaven ist ein Prozess gegen zwei Bestatterinnen aus Wilhelmshaven mit einer Verurteilung beendet wurden. Die Frauen wurden wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 20 Fällen zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt, darüber hinaus müssen noch gemeinnützige Sozialstunden und Zahlungen an die Hospizstiftung erfolgen.

Zum Hintergrund:
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte Ermittlungen aufgenommen, nachdem sich ehemalige Mitarbeiter und ein Krematoriumsangestellter an die Polizei gewandt hatten (Wir berichteten im Heft Januar 2008). Verstorbene deren Hinterbliebene hochwertige Särge gekauft hatten, wurden nach der Trauerfeier in Särge einfachster Machart, sogenannte Verbrenner, umgebettet ohne Ausschlag, nur auf Folie gebettet. Särge, Decken und Sargdekoration wurden dann erneut der Ausstellung zugeführt. Die beiden Angeklagten eine 52 jährige Bestatterin und deren 40-jährige Adoptivtochter, die als Geschäftsführerinnen in den Unternehmen fungierten, hätten die Mitarbeiter dazu angewiesen.

Teils unter Tränen berichteten die Zeugen wie sie die Toten hätten umbetten müssen. Im Vordergrund stand für sie jedoch die Angst um ihren Arbeitsplatz, obwohl sie es kaum mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten. Einer der Zeugen befinde sich bis heute in psychologischer Behandlung.

In ihrer Urteilsbegründung sagte die Richterin, es sei ihr angesichts des Delikts schwer gefallen, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Zugunsten der Angeklagten habe gesprochen, dass sie bislang unbescholten gewesen seien.

Einen positiven Effekt wollen wir nicht verschweigen.

Die obigen Unternehmen die das Markenzeichen des Bundesverbandes auf ihrer Homepage führten haben dieses entfernt und werden auch bei der“ Suche nach dem „Bestatter ihres Vertrauens“ nicht mehr angezeigt.

Ein guter Anfang die schwarzen Schafe aus unseren Reihen auszuschließen.

Bestatten will gelernt sein

Bei Messebesuchen und auch in unserer Geschäftsstelle führen wir zum Teil recht kontroverse Gespräche über (Un)Sinn der Ausbildung zur Bestattungs-
fachkraft. Einige Kollegen haben bereits einen Auszubildenden zur Bestattungs-
fachkraft ausgebildet.
Nachfolgend daher einen Erfahrungsbe-
richt eines Ausbilders und seine Sicht der Ausbildungszeit.
mehr>>>

Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe - warum nicht auch für Bestattungen?

Diese Frage so kurios sie klingen mag, hat durchaus einen berechtigten Hintergrund. Warum gewährt man dem Beherbergungsgewerbe eigentlich einen Mehrwertsteuersatz von 7%, im Gegensatz zu unseren Auftraggebern, die 19% zahlen müssen?

Immerhin ist es Angehörigen nicht möglich sich bei Aufwendungen für eine Bestattung zu entziehen und diese sind oftmals nur unter Schwierigkeiten in der Lage, die finanzielle Belastung zu tragen.

Betrachten wir die Sache doch mal ganz sachlich: Durch den Wegfall des Sterbegeld im Jahre 2004 ist die finanzielle Situation bei vielen Auftraggebern im Sterbefall ziemlich angespannt, was gerade in unserer Branche deutlich zu spüren ist und auch zu einer Steigerung bei den Billigbegräbnissen geführt hat.  Gab es bis 2004 noch einen Zuschuss  von der Krankenkasse in  Höhe von 525,00€ für Mitglieder und 262,50€ für familienversicherte Angehörige, können sie heute nur noch als Sonderausgaben bei der Steuererklärung berücksichtigt werden und dies auch nur wenn der Nachlass des Verstorbenen die Bestattungskosten nicht decken würde.
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Verband unabhängiger Bestatter - Der Bestatterverband
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